PvD auf St. Maarten

Nach einem sehr schönen Tag auf Barbuda mit Grillen am Strand und Ausflug zu den Fregattvogelbrutstätten in den Mangroven sind wir gestern in der Nacht mit Backstagsbrise zurück nach St. Maarten gesegelt. Nach einem Einkaufsbummel durch Philippsburg am Tag haben wir nachmittags unseren alten Liegeplatz in der Simpson’s Bay Marina wieder eingenommen. Mit Klarschiff und Captain’s Dinner geht morgen die elfte Etappe ihrem Ende entgegen.
Ausführlicher Bericht und Fotos folgen.

Gruß,
Kay in Namen der PvD-Crew.

Seabreeze…it’s like a drink.

Mit dieser höchstinformativen Erklärung brachte uns heute die Bedienung des Admiral’s Inn auf Antigua einen Cocktail näher. Die erste Runde übernahm dankbarerweise die Wachführung und auch sonst hat die aktuelle PvD-Crew in Nelson’s Dockyard auf Antigua eine Zeit mit viel Spaß und schöner Aussicht verbracht.

In English Harbour liegend gabs zuerst zur Reaggae-Party auf den Shirley Heights mit entsprechendem Barbecuen und toller Aussicht auf Hafen und Sonnenuntergang. Inkl. Shuttle vom Lieblingstaxifahrer und Bob Marleys Hits. Dann die Benutzung der Freemans Bay, die eigentlich den lokalen Hotels vorbehalten ist, aber dennoch mit dem Dinghi erobert werden konnte. Zum Schluss noch etwas Arbeit am Peter, um für die nächsten Fahrten gewappnet zu sein.

Nun führt uns die Weg morgen in aller Frühe nach Barbuda, um von dort aus nordwärts zum Ende der Woche wieder in Sint Maarten anzukommen.

Für die PvD-Crew
Moni & Tim

ASV hilft …

Es war nett auf Guadeloupe, aber andere Länder haben auch hübsche Inseln, wir setzen also Segel nach Antigua. Nachmittags geht’s nach der letzten Trommel Wäsche los und wir verlassen Hafen und Bucht von Pointe-à-Pitre. Der Wind dreht ein wenig motivationslos in der Gegend herum, entscheidet sich dann aber dauerhaft für Ost und wir kreuzen mit G3 und Groß im ersten Reff gegenan, um zwischen der Ostspitze von Grand Terre und La Désirade hindurchzulaufen. Danach ist es ein Anlieger auf English Harbour, Antigua. Wir haben eine sternklare Nacht aus dem Ponyhof-Wunsch-Bilderbuch Karibik, Teil 1. Der Wind pendelt zwischen 16 und 21 kn, die Welle schiebt meist ein wenig mit und wir machen gute Fahrt. Wir erreichen Antigua mit der Morgensonne, der Hafen ist noch nicht wach, der Harbour Master auch nicht – und bevor der uns keinen Liegeplatz zuweist, dürfen wir nicht an Land. O.K. – es ist Sonntag. Wir kreiseln im Hafen herum und haben wieder einmal eines der kleineren Schiffe. Gegen neun Uhr dürfen wir dann festmachen und Ole verschwindet für eineinhalb Stunden zum Behördendreikampf an Land: Harbour Master, Zoll, Immigration Office – Ole allein beschäftigt sechs Beamte und sie ihn. – Wir dürfen an Land, die Nationalpark-Verwaltung betreibt die Duschen und möchte pro Kopf zwei US-Dollar. Barbara hat die HASPA gesichtet, geht auf Besuch und bringt Gäste und Kaffee mit zurück. Unserer war alle und Gäste sind sowieso willkommen.

Im übrigen verteilt sich die Crew in der Gegend auf der Suche nach Stränden, Postkarten und Getränken im Schatten. Alle sind erfolgreich. Zum gemeinsamen Abendprogramm bringt uns ein freundlicher Taxifahrer (Nissan-Minibus für bis zu 14 Personen) mit frommer Mütze und gelb-buntem Hemd. Ziel ist Shirley Heights, hoch oberhalb von English Harbour. Es gibt Life-Musik, Gegrilltes zu moderaten und Getränke zu halbwegs moderaten Preisen. Wir mischen uns unter Kreuzfahrer, britische Hotelgäste aller Altersstufen und nur recht wenige Einheimische und senken den Altersdurchschnitt der Veranstaltung. Eine 20-köpfige Steelband spielt sich langsam ein, alles trinkt und isst und wippt ein wenig mit den Füßen. Ab 18 Uhr wird allseits die Nahrungsaufnahme unterbrochen, Fotoapparate werden gezückt und das Defilee der Gäste erwartet den Sonnenuntergang. Tourismusgerecht fällt die Sonne heute noch vor Snapper Point theatralisch ins Wasser, statt etwas weiter nebenan profan hinter dem Berg zu versinken. Die Steelband forciert das Tempo, sämtliche erwartbaren karibischen Gassenhauer sind durch und irgendwann tobt reiner Rhythmus. Die Partymeute swingt sich ein. Als das Dunkel die Dämmerung besiegt hat, hauen die Steeldrum-Jungs noch mal richtig drauf – und sind nach kurzem Crescendo auf einmal ganz fix weg. Die Reggae-Combo übernimmt die angewärmte, vorgeglühte Feiergemeinschaft und unsere Crew sucht sich passende Stehplätze. Ronny hat schon.

Ich setze mich irgendwann auf eine Mauer mit Blick über die Bucht. English und Falmouth Harbour geben hintereinander ein wunderbares Lichterpanorama, der Sternenhimmel tut das Seine dazu und über mir steht klar der Orion – Karibik-Bilderbuch, Teil 2. Die Reggae-Musik trägt zur Stimmung bei, es geht uns gut.

Wieder einmal geht mir durch den Kopf, dass uns allen das Leben mal gewaltig in die Fresse haut und dass wir alle unser Teil zu tragen oder runterzuwürgen haben. Abende wie dieser entschädigen – ASV hilft. Da sitze ich dann auf meiner Mauer, genieße die Karibik, vermisse meine Frau und freue mich auf zuhause, dem Winter zum Trotz. Aber wir haben noch Barbuda vor uns mit weiten Stränden, Segeln noch bei Tag und Nacht, mehr von Sint Maarten. Die Etappe ist noch nicht zuende und das ist auch gut so. Ich trage gerne kurze Hosen.

Und nun runter von der Mauer, zurück ins Getümmel. Einige Musik später wollen wir zurück auf’s Schiff, der freundliche Taxifahrer hat uns wieder und bringt uns heim.

Der Tag geht, Johnny Walker kommt … nicht in Frage  Wir haben schließlich Rum an Bord. (Wer kennt die Werbung noch?). Soll heißen: auch wenn einige schon in die Koje wollen, wollen andere noch den Absacker, schwatzen, laue Nacht. Karibik-Bilderbuch, Teil 3.

Der Tag heute sieht uns noch am Strand, beim Einkauf, bei ein wenig Arbeitsdienst an Bord. Noch haben nicht alle Nelson’s Dockyard ausreichend erkundet. Es ist britisch, museal und sehenswert. Und auf irgendeiner Veranda wartet auch noch ein Planter’s oder ein Eistee auf mich. Oder beides. Morgen früh dann Kurs Barbuda.

Soweit, ich muss an Deck. Die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen werden durch den Hafen geführt und anständige Segler haben Positur und Kolorit zu geben. Gehabt Euch wohl, kommt gut durch Eure Tage! Wir grüßen, wir danken, wir stellen uns oben auf’s Foto, Jolly Sailor und so …

Am Ende vieler Worte: Kay für die und mit der Peter-Crew

Und dann kam der Präsident…

Verschlafen, nach einem ru(h)mreichen Abend, blinzeln die müden Augen der aufgehenden Sonne entgegen. Bas du Fort Marina.
Ein merkwürdiges Geräusch: Schnapp, schnapp. Pause. Schnapp. Auf der Grünfläche neben der „Capitainerie“ kniet ein Gärtner und schneidet vertrocknete Grashalme. Schnapp. Die spinnen, die Franzosen. Erstmal in den Salon setzen. Ein Stützkaffee später erneuter Kampf mit dem grellen Sonnenlicht beim Versuch, an Deck zu kommen.
Blick zur Capitainerie. Der Gärtner ist weg. Die quietschenden Bremsen einer Kolonne von Polizeiwagen, die direkt vor unserem Steg anhalten und ein Dutzend Polizisten ausschütten, zieht erst meine Aufmerksamkeit, dann meine Besorgnis nach sich. Es werden Straßensperren errichtet. Absperrband flattert im Wind, Funkgeräte rauschen.
Wir sind offenbar nicht der Grund für diesen Auftritt. Auf dem Weg zur Morgentoilette versperren uns die Beamten den Weg. „Access interdit!“ Aber Monsieur, wir wollen doch nur duschen! – Ach, das sind die Duschen? – *kurzer Funkspruch ins Handfunkgerät* – Der Weg zu den Duschen wird wieder freigegeben, es wurde wohl versehentlich das falsche Gebäude gesichert.
Zurück an Bord (die frisch gewaschene Wäsche ist auf dem Vorschiff zum Trocknen aufgehängt und stört wohl das Bild der TV-Kameras…). Daher kommt ein Mitarbeiter der Marina mit einem Dinghi längsseits. „Bitte die Wäsche entfernen, gleich kommt der Präsident!“ Der Peter liegt von Land aus gesehen hinter der Tribüne im Sichtfeld ;)…

Aber klar, wenn der Präsident kommt, dann räumt selbst der ASV mal auf.

Landgang auf Guadeloupe

Grün. Nach den von Blautönen in diversen Abstufungen geprägten Tagen ist nun grün couleur de la jour. Dichter Regenwald und Bananenplantagen, durchsetzt von hellgrünen Zuckerrohrfeldern, einigen Kaffee- und Kakaoplantagen.

Mit dem Mietwagen geht es in vier Gruppen über die Insel: Wasserfälle erklettern, baden in Süßwasserflüssen (wohltemperiert: 15°C), klettern auf dem Vulkan, Besuch einer Rumdestille „Ronny hat schon!“, einer Kaffeerösterei, Sonnenuntergang am Vieux Fort (Leuchtturm an der SW-Spitze der Insel), Strandgeliege in St. Anne oder ein kühler Drink in einer Bar unter Palmen. Man ist bemüht, es sich auf diese Weise erträglich zu machen. Erfolgreich.

Heute war Markttag, wir haben frisches Obst und Gemüse bester Qualität zu Schnäppchenpreisen erstanden (Notkauf!) und bereiten gerade einen Melonen-Salat. Gegen Abend geht es weiter nach Antigua, Nelsons Dockyard, wo wir schon zu den alten bekannten zählen (zumindest nach Aussage des Hafenmeisters bei der Reservierung).

Beste Grüße von der Petercrew!

Notaufklaren

Die Crew wird angewiesen, die Wäsche von der Reling zu entfernen, da der Ministerpräsident jeden Augenblick neben uns anlegt…

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Hafentag

Gestern Abend sind wir in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe eingelaufen. Heute ist Landgang und wir verteilen uns in Autos über die Insel: Dschungel, Wasserfälle, Aquarium, Shoppingtour …

Alles in Ordnung an Bord, Berichte und Bilder folgen.

Viele Grüße, Kay mit der Peter-Crew

Kampf mit dem Anker:

Wir fragen uns an den Les Saintes, ob wir von der Bordkasse eine Ankerwinsch finanzieren können. Weiterfahrt nach Point a Pitre in 1h.

 

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Amtssprache Französisch

Gestern Mittag sind wir nach einer schönen Nachtfahrt mit mitternächtlicher Geburtstagsfeier und morgendlicher Wiederholung derselben auf Guadeloupe angekommen. Da uns die Vorcrew empfohlen hatte, in der Bucht von Deshaies (sprich: Deschei*) zu ankern, suchten wir uns an diesem schönen und windigen Ort einen Platz. Kurz zuvor sahen wir aus der Ferne ein Schiff Richtung Antigua segeln, das uns irgendwie bekannt vorkam. Nach einem Blick aufs AIS war klar: Der alte Peter!

Des Nachmittags wurde das Peterchen zum Shuttle, sodass die mannigfaltigen Boutiquen schon sehr bald von ASVern bevölkert wurden.

Ein Teil der Crew besuchte den Strand hinter dem Berg, andere wanderten am Fluss entlang und wieder andere versuchten, im Hotel de Ville nach einem Mietauto zu fragen. Prinzipiell kann man all diese Frageversuche in folgendem Dialog zusammenfassen:

A (wie ASVer): „Do you speak English?“

L (wie local): “A little…”

A: “Do you know where … is?”

L: “Ähhh, oui (sprich: uäh; herausspuckend, schleudernd). Blablablablablablamembertblablablablablablablablablablabla.

– Pause –

Not here.”

A: “Merci beaucoup. Au revoir!”

Abends aßen wir dann gesammelt im Strandrestaurant “Le Madras” zu Abend. Der Koch erschien nach französischer Art erst um 19 Uhr, sodass nach Sonnenuntergang schon mal einen kleinen Punsch trinken konnten. So wurde die Menuwahl dann auch viel einfacher… Manche aßen Fisch, manche Fleisch und manche (vermutlich) eine andere Delikatesse, die an dieser Stelle aus Jugendschutzgründen nicht genauer erläutert wird.

Dank Kays hervorragenden Französischkünsten und dem Wohlwollen der Kellnerin wurde es ein schöner, aber etwas kühler Abend. Einige Crewmitglieder freuten sich geradezu darauf, endlich wieder zurück zum muckelig warmen Peter zu kommen.

Heute Morgen machte sich eine Gruppe auf, um den berühmten Jardin Botanique de Deshaies zu besuchen. Dort verbrachten wir ein paar angenehm schattige Stunden inmitten karibischer Blumen- und Vogelvielfalt.

Jetzt sind wir gerade wieder unterwegs und besuchen in wenigen Minuten mal kurz Pigeon Island, um ein wenig zu schnorcheln. Heute Abend wollen wir dann aller Voraussicht nach in einer Bucht der Inselgruppe Les Saintes ankern.

So viel für den Moment von uns!

A bientôt, Karin und die PvD-Crew

Schweigend genießen

9. März. Die neue Crew sickert in Simpson Bay ein, wird jeweils mit ein paar Tropfen bordüblicher Getränke versorgt – man ist wieder zuhause. Nachdem das geklärt ist, leitet Michi die erste Shoreparty zum Raubzug in die ortsansässigen Supermärkte. Statt Skulls and Bones hissen wir die Kreditkarte und der Ladenbesitzer stellt bereitwillig seinen Lieferwagen zum Fortschaffen der Prise bereit. „Michi?“ „Hm! „Das machen wir jetzt aber nicht jeden Tag so!?“ Der Kassenwart wird angemessen beruhigt. 10. März. Die folgende Nacht bezeichnet Karin als bisher kälteste in ihrer Karibikzeit, ich hänge schweigend meine schweißnasse Matratze zum Trocknen auf. Kiel meldet Schneesturm.

Anker auf und durch die Brücke aus der Lagune heraus, sonst wird das heute nix mehr mit segeln. Anker ab. Das Dinghi bringt Karin und Ole fast willig zurück an Land, Karin fängt die letzte Crewlieferung ab – da fehlte doch noch einer? – und Ole klariert uns alle aus. Anker auf, Kurs St. Barth. Segeln, Groß, G3, 5 Knoten Fahrt. Nachtliegeplatz, Anker ab im letzten Tageslicht. Feierabend. Der Nachbar – 45 m Schiff und beleuchtet wie eine Kleinstadt – lässt uns höflich wissen, dass wir möglicherweise ein winziges bisschen zu dicht … Anker auf. „Sch… ist das Ding schwer!“ „Pull einfach und genieß es schweigend.“ Die Kette klötert, die Helden schweigen. Wir verholen im Lichte der Kleinstadt. Michi tobt sich in der Pantry aus. Gefräßige Stille, lecker. Es folgen Ankerwachen durch die Nacht, stundenweise, zu zweit, damit es nicht so langweilig ist. Ronny und ich erzählen uns Geschichten. „Ronny, sag doch auch mal ‚was.“ – „Sei still“. Na gut. 11. März. Anker auf, kurzes Verholen in die Anse du Columbier, Ank… nein Moorings. Schnorcheln, Badestrand, grasende Schildkröten. Was war gleich zuhause für Wetter? Wir schweigen. – Als dann ausgeschnorchelt ist, bedanken wir uns ausführlich bei der Mooringtonne und segeln nach Gustavia. Das Dinghi schafft willig 3/4 der Crew an Land, wir geben widerwillig Michi ab (Karibik-Guide und Pantry-Kompetenz, den lässt man nicht gern ziehen) Shopping, Ein- und Ausklarieren auf St. Barth. Das Dinghi bringt willig die Crew an Bord zurück. Vorerst. Irgendwann schweigt es.

Nachdem es wieder mit uns gesprochen hat, setzen wir Segel, Kurs Guadeloupe; ein langer Schlag durch die Nacht. 12. März. Zum Wachwechsel auf Mitternacht hat Jessi Geburtstag und es gibt frischen Kuchen und ein wänziges Schlöckchen Heidelbeerwein. Anschließend rollt der Peter mit mehr als 7 Knoten durch die Nacht, in der Bugwelle funkeln Diamanten, über uns die Sterne – aber die Welle ist nicht die reine Freude. Wir schweigen. Im Morgenlicht raucht querab an Steuerbord die Insel Montserrat vor sich hin. Guadeloupe schält sich voraus aus dem Dunst. Chrischi übernimmt das Ruder, Ole übernimmt meine Wache: „Schreib mal ein bisschen ‚was für den Blog.“ … Soweit. Ich schweige. Man muss Euch ja wirklich nicht alles erzählen.

Es geht uns allen gut. Gruß nach Kiel und anderswo, für die Peter-Crew: Kay