Frohe Ostern!

Heute Morgen war die Überraschung an Bord groß: Überall, insbesondere aber in herumliegenden Schuhen, waren Schokoladenostereier versteckt… (Eins ist immer noch im Lüfter in der Mädchenkammer eingeklemmt – hoffentlich wird es gefunden, bevor die Temperaturen unter Deck ansteigen… Anmerkung der Verfasserin.)

Außerdem gab es von Katha selbst gebackenen Hefezopf und natürlich das ein oder andere gekochte Ei. Die obligatorischen Osterhasen aus Teig wurden dieses Jahr der Region entsprechend angepasst, sie kamen in Form von Osterkakerlaken mit Fühlern statt Ohren auf den Tisch. Siehe unten.

Kurzum: Es lässt sich aushalten und wenn Tortolas Regierung gleich um 8.00 Uhr wieder fließendes Wasser zur Verfügung stellt, füllen wir unsere Tanks und machen uns auf den Weg in die Dominikanische Republik.

Herzliche Grüße von Karin und der Peter-Crew

Painkiller schmeckt!

Die PvD-Crew meldete sich jüngst mit folgendem Foto direkt aus der Foxy’s Bar auf der Insel Jost van Dyke:

Die Feststellung: „Painkiller schmeckt!“

Das Foxy’s wurde uns von Ansgar in seinem Artikel „Die besten Bars der Karibik“ als eine der Top-Anlaufstellen für rumhaltige Erfrischungsgetränke und allgemeine Feierei ans Herz gelegt. Nach der Soggy Dollar Bar auf St. Maarten und dem Pumphouse auf Anguilla können wir nun also einen dritten Haken auf der Liste machen!

British Virgin Islands – Paradies mit WLAN und Big Mac

The Bath war gestern. Wir sind hinterher – standesgemäß – nach “Peter Island” gesegelt und haben dort in der Great Bay geankert. Das Bordflugzeug wurde mit nagelneuer GoPro auf einen Erkundungsflug ausgesandt, die Umgebung wurde bei der anschließenden Analyse der Bilder für annehmbar befunden.

Neben dem Peter jagten Tunas durch die Bucht, am Strand fing ein Fischer direkt vor unseren Augen vier schöne Exemplare. „Do you sell them?“ – „Yes, you wanna?“ – „Sure, will check with the cook!“

“We got 30 USD, how much do we get?” – “Tuna is 6 Dollar per pound! I will show you, how we sell fish in BVI.”

Mit diesen Worten griff der Fischer seine Waage, zeigte uns, dass sie auf “null” justiert war und lud neben den genannten vier Tunas noch einen weiteren, sehr großen in die Waagschale.

„That’s 8.5 pounds, normally 51 Dollar, I sell you for 30! That’s how we sell fish in BVI! Have a nice day!”

Die Nacht war vollmondbeschienen und absolut windstill.

Von Peter Island ging es weiter nach Salt Island zum Wrack der RMS Rhone. Das britische Postschiff wurde während der Beladung von einem Hurrikan überrascht: Der Kapitän entschied, auf offener See Schutz zu suchen, der Anker konnte jedoch nicht gelichtet werden, da er in Korallen festhing. Die Kette wurde gekappt, der Anker liegt noch heute an gleicher Stelle. Unter Volldampf lief die Rhone gegen den Sturm an, die 500 PS Maschine erlaubte jedoch nur, das Schiff auf der Stelle zu halten und kaum Fahrt nach Luv zu machen. Nach Stunden driftete die Rhone auf Salt Island und zerschellte am Black Point.

Das Tragische: Zu damaliger Zeit wurden Passagiere bei Sturm zur Sicherheit an ihre Betten gefesselt, damit sie nicht herausfallen. Die sich daraus ergebende Problematik beim Sinken des Schiffes muss nicht näher erläutert werden…

(Soviel zur historischen Bildung.)

Wir haben uns das Wrack angesehen und es machte uns als Segler unweigerlich etwas beklommen. Das Schiff war fast 100 m lang, man erkennt das Achterdeck, die Schiffsschraube, die Spanten, die Welle und Teile des Rumpfes.

Wir legten von der Mooring ab und segelten nach Road Town, Tortola. Hier gibt es 7 (!) Yachthäfen, von denen immerhin fünf tiefgangstechnisch für den Peter geeignet sind. Wir funkten eine Marina nach der anderen an, alle lehnten es ab, uns einen Liegeplatz zu geben: Ostern! Der Amerikaner hat Urlaub und segelt.

Ich habe noch nie erlebt, dass auf Kanal 16 durchgehend von 9 Uhr bis 18 Uhr Betrieb ist. Es gibt keine Pause, die länger als 20 Sekunden ist! Ständig ruft eine Charteryacht die nächste. Es geht meist um wichtige Fragen zu Angel- oder Taucherausrüstung, Mooringplätzen und Punscheinladungen. Es segeln hier geschätzt 3000 Charteryachten durch die Gegend, man benötigt keinen Schein zum Segeln. Das erklärt auch die Vorfahrtregeln, die hier von den KVR abweichen:

  1. Katamarane vor Monohulls.
  2. Wer „Sunsail“ auf dem Baum stehen hat, hat Vorfahrt.
  3. Wer „Moorings“ auf dem Baum stehen hat, hat Vorfahrt.
  4. Wenn „Sunsail“ auf „Moorings“ trifft, wird es spannend.
  5. Für alle übrigen (also nur für uns!) gelten KVR.

Da die Vorräte – insbesondere das Wasser – knapp wurden, mussten wir dennoch dringend einen Platz in einer Marina ergattern. Hier hilft das „dreist gewinnt“-Prinzip: Trotz vorheriger Ablehnung per VHF segelten wir unter Beachtung der BVI-Vorfahrtsregeln 1.-4. in den Hafen von Road Town. 50 Meter vor dem Steg von „Moorings“ funkten wir den Hafenmeister an, der uns antwortete, dass wir für „Noteinkäufe“ maximal 2 Stunden an sein Dock gehen dürften. Wir sollten an Brücke B anlegen.

Als wir an Brücke B fest waren, suchten wir den Hafenmeister auf. Dieser teilte uns mit, dass er von nichts wüsste und was wir denn wollten. Schnell wurde klar, dass die Brücke B nicht zu „Moorings“, sondern zu „Sunsail“ gehörte. Wieder Diskussion, wieder Sondererlaubnis. Die Einkäufer ziehen los.

Claas kommt nach 5 Minuten zurück: „Bei Footloose“ (Charterfirma Nr. 3) ist ein Platz für 55 Fuß in 4 Meter Wassertiefe frei. Zack. Bumm. Return.

Stadterkundung in Road Town: Es gibt auf Tortola 20.000 Einwohner. Und 250.000 Firmen. Check. (Für 1500 USD darf hier jeder eine „Limited“ gründen und haftet dann für die Firma mit einem Eigenanteil von 1 USD.) Die Stadt hat weniger Häuser, jedes Haus beheimatet jedoch mehrere große Firmen (die im Firmennamen so viele seriöse Adjektive verwenden, dass es schon wieder unseriös ist…)

So liegen wir nun – unter Vollmond – und genießen einen „Spezialcocktail“ von Michi: Er hat bei den Charterfirmen (die hiesige Infrastruktur ist gut) einen „Blender“ für 12V erstanden und mixt uns gerade Daiquiris aus Papaya und Pampelmuse.

Beste Grüße von Peter und Crew, denen es gut ergeht. Ole

Tortola:

Fest in Road-Town. Erste Süßwasserdusche nach 3 Tagen tut gut. Michi hat 12V Cocktailblender im Elektroladen ausgeliehen.

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The Baths

Nachdem wir die Nach an einer Mooring vor dem Bitter End Yacht Club auf Virgin Gorda verbracht haben und ein bisschen deren Facilities nutzen konnten, sind wir früh morgens zu den Baths, einer Sehenswürdigkeit im Süden der Insel, aufgebrochen. Der Plan war vor der gesammelten Charterflotte eine Mooring zu bekommen und den Ort noch ein bisschen für uns zu haben. Bei unserer Ankunft um 7 waren jedoch die meisten Plätze schon belegt. Erfreulicherweise haben sich die Leute an Land und zu Wasser gut verteilt, dass zumindest in den ersten Stunden Schnorcheln und Landgänge noch recht gut möglich waren. Einige Stunden später, konnte man vor lauter Leuten den Strand fast nicht mehr sehen. Wie ein älterer Segler, den die Vorcrew kennengelernt hat, sagte, sind die BVI touristisch perfekt erschlossen – mit allen Vorteilen und allen Nachteilen. Vorteil ist zumindest, dass ich jetzt in der Bucht auf dem Peter sitzen kann und mit Wlan diesen Artikel schreibe.

Beste Grüße in den Schnee im Namen der ganzen Crew

Zwei alte Bekannte

Verschiedene Gründe haben dazu geführt, dass dieses Update erst lange nach dem Ende der Vendée Globe hier gepostet wird. Dies härteste aller Segelregatten ist eher das Gegenteil zu unserer keineswegs überstürzten Flucht. Für mich rundet dieser kurze Nachtrag trotzdem meine persönliche Flucht in die Karibik ab.

Am Ende der letzten Etappe lagen wir in Brest neben den Booten von Bernard Stamm und Javier Sansó. Beide bereiteten sich mit Cheminées Poujoulat bzw. ACCIONA 100% EcoPowered auf die Vendée vor, die in wenigen Wochen beginnen würde. Ich weiß noch wie ich lange neben diesen Rennmaschinen stand und mir ehrfurchtsvoll die teflonbeschichteten High-End Beschläge, das stehende Gut aus Dyneema und die Hutzen für die riesigen Steckschwerter angesehen habe. Ich hatte erst kürzlich das Video des „Keelwalkers“ Alex Thomson gesehen und stellte mir nun diese hochgezüchteten Racer, die an jedem Gramm sparen, in den stürmischen Winden der Roaring Fourties und Furious Fifties vor. Würden sie ähnlich hart kämpfen müssen wie der Peter und seine Besatzung auf der Nordsee und im englischen Kanal oder würden diese todesmutigen Skipper auch dort unten noch zu werbewirksamen Späßen aufgelegt sein, welche wir dann im warmen Wohnzimmer im Livestream verfolgen würden können?

Von beiden Schiffen war mir die Acciona die sympathischere. Ich kenne mich in der Profiseglerszene nicht besonders gut aus und wusste damals nicht, dass Stamm als Pechvogel bekannt ist, der schon häufig bei der Vendée angetreten ist, dem aber immer wieder technische Pannen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Daher sollte man ihm sicher bei diesem Anlauf die Daumen drücken. Schöner war seine Cheminées Poujoulat in ihrem strahlenden Gelb auf jeden Fall; und wir sahen morgens noch, wie sie majestätisch unter Großsegel die mächtigen Molenköpfe der bretonischen Hafenstadt passierte. Vielleicht fiel deshalb die Wahl auf die Acciona, weil sie dort, wo bei anderen Schiffen die Fußreling ist, auf der kopletten Schiffslänge Photovoltaikzellen hatte und auch sonst keine fossilen Brennstoffe für die Erdumrundung verbrauchen sollte. Dieses Konzept fand ich konsequent und einleuchtend. Wen ich während der Regatta anfeuern würde, war im Prinzip egal. Ich fand es einfach nur spannend hier diese Seglerprominenz aus der Nähe sehen zu können.

Nun ist die Vendée schon länger beendet und der Sieger, François Gabart, ist nur ein Jahr älter als ich (das Fernweh, dass welches dadurch in mir ausgelöst wird, ist einen ganzen eigenen Blogeintrag wert). Von den gestarteten 20 Skippern sind nur elf ins Ziel gekommen und unsere beiden alten Bekannten aus Brest waren nicht darunter. Bernard Stamm wurde disqualifiziert, weil er zur Reparatur in Australien an einem russischen Tanker längseits ging. Die Deckshand des Russen wusste nicht um die strengen Regeln der Vendée und sprang auf sein Vordeck um ihm beim Belegen der Leinen zu helfen. Dies hat der pflichtbewusste Stamm der Rennleitung gemeldet und wurde darauf disqualifiziert. Hilfe anzunehmen ist bei diesem unbarmherzigen Rennen verboten.

Javier Sansó hat seinen Kiel im Atlantik verloren und konnte noch hunderte Meilen mit gut getrimmtem Wasserbalast weitersegeln, bevor er schlussendlich doch kennterte. Die verlinkten Videos zeigen einen verzweifelten Helden, der eine Patenthalse nach der nächsten fährt und das traurige Ende eines Hochleistungsrenners, kieloben. Wenn man genau hinschaut, sieht man noch die Photovoltaikleiste auf Höhe der Fussreling.

Beeindruckende Bilder, die in mir vor allem ein Gefühl auslösen. Dankbarkeit darüber, dass unser Peter sehr solide und nicht nur für eine Regatta gebaut ist. Sondern für alle Widrigkeiten, die die Meere für ihn und seine Crew bereit halten. Mast und Schotbruch und bis bald auf den Azoren!

Jan-Ole

Von Schildkröten und Magrovenpaste

Mit neuer Crew und vollem Proviant ist der Peter nunmehr unterwegs zu den British Virgin Islands. Für 3 Nächte lagen wir zuvor in der Simpsons Bay Marina um Schiff und Vorräte für die 12te Etappe klar zu machen.

Der erste kleine Schlag ging von St.Maarten aus Richtung einer kleinen vorgelagerten Insel, um die Crew nach Wunsch des Schiffers „einzuschaukeln“. Die kleine Insel mit Namen „Tinta Mare“ bot aber noch mehr: Auf den Seegraswiesen vor dem Strand gingen Wasserschildkröten ein und aus und ließen einen gut und gerne auch auf Armeslänge heran (natürlich wird nicht angefasst).

Auch die ersten Smuts haben ihre Arbeit aus der neuen Etappe bereits aufgenommen und dabei einem altbekannten Gericht zu neuem Glanze verholfen: Das bereits häufig an Bord gereichte Avocado-Püree mexikanischer Art war unserem Smut Christian entweder zuwider oder zu fremd. So reichte er in einem 3-Gang-Mittagsmenu neben Tortilla-Chips, Bohnen und Speck und Obst aus der Dose eine sog. „Magrovenpaste“.

Nach entspannter Nachtfahrt sind wir nunmehr auf den BVIs angekommen und einklariert.

Dazu später mehr.

Für die PvD-Crew Moni & Tim

Etappe 12 hat begonnen

Inzwischen sind alle Mitsegler von Etappe 12 eingetroffen. Gleich werden wir ablegen und heute Abend wahrscheinlich bei einer unbewohten Insel in der Nähe ankern. Von dort planen wir am Montagabend in Richtung British Virgin Islands aufzubrechen.

Das Wetter ist einfach nur traumhaft und insbesondere die Neuankömmlinge, die am Freitag morgen nach bei leichtem Schneefall im Taxi zum Flughafen gefahren sind, können es kaum glauben, können ihr Glück kaum fassen

Viele Grüße von er gesamten Crew, Claas

Barbuda

Nach den erhabenen weit sichtbaren Vulkaninseln erhebt sich Barbuda nur flach über den Meeresspiegel und kommt erst auf den letzten Seemeilen in Sicht. Langsam verholen wir uns in eine große Bucht am Cocoa Point und sind in der Karibik angekommen. Türkisblaues Wasser und weißer Strandsand  mit Palmen erfüllen endlich jegliches Klischee der Karibik.

Mit dem Dinghi Shuttle geht’s an den Strand und der Grill wird angeworfen. Leider ohne Fisch, aber wir sind ja auch Segler und keine Angler. Die vorsichtshalber vorher an Bord genommenen Burger kommen auf den Grill und werden am Strand mit einigem Rum Punch  genüsslich verzehrt.

Am nächsten Tag geht es mit dem Cab Driver George über staubige Sandpisten zur Fregattvogelkolonie. Gekonnt umkurvt George auf der „Straße“ herumlungernde Esel. Geroge entpuppt sich als wahrer Touri-Guide und erzählt uns alles über die Insel. Am meisten beeindruckt mich ein Geschäftsmodell der Insulaner: Sie verkaufen den Sand, auf dem sie sitzen. Vielleicht was für zu Hause?

Mit einem Schnellboot geht es in der großen Lagune zu den Fregattvögeln. Die haben die Kunst des Fischens perfektioniert – sie lassen fischen. So sitzen sie zu Hunderten gelangweilt auf den Mangroven rum und lassen sich willig fotografieren.

Am späten Nachmittag geht’s  unter Großsegel dem Sonnenuntergang entgegen gen Philipsburg.

 

Sonnige Grüße vom Traumstrand,

Chrischi und die PvD-Crew

Erstaunliches Erlebnis im Supermarkt

Ich habe gerade fürs Früstück auf dem Peter eingekauft und bin dafür in den Supermarkt gegangen. Leider waren dort die Kassen ausgefallen. Dies führte jedoch nicht dazu, dass, wie man es jetzt vielleicht aus Deutschland kennen würde, nichts mehr möglich war, sondern alles ging ein bisschen langsamer, weil die Kassiererinnen die Preise aus dem Kopf, oder mit Nachforschung im Laden, per Hand auf einen Zettel schrieben und dann kurz zum einzigen Taschenrechner im Laden liefen um alles zu addieren. Ein kleines Problem enstand, als ich eine 300g schwere Zwiebel auf die Wage legte und nun die Kassiererin den Kilopreis von 6,15$ auf 300g herunterrechnen musste. Ich konnte ihr jedoch durch blitzschnelles Dreisatzrechnen den Preis sagen und habe dabei sogar 0,5c Gewinn gemacht. Bei 425g Tomaten resignierte die Kassiererin jedoch und schrieb einen Pauschalpreis auf. Da sie mir leider den Kilopreis nicht sagen konnte, konnte ich nicht nachrechnen, ob es fair war. Dieses erstaunliche, für die Karibik, die eher mit einer „no pressure“ Einstellung trumpft, untypische Erlebnis werde ich auf jeden Fall in Erinnerung behalten. Zum Früstück gab es dann übrigens warme Dosenmakrele in Tomatensoße mit  Brot und hartgekochtem Ei. Dies hat mir gestern Morgen auf Anguilla Dj ChuChu aus Jamaika als ein typisch jamaikanisches Frühstück zubereitet und ich wollte es der Petercrew nicht vorenthalten.