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Wir fragen uns, was man überhaupt noch glauben kann: Fließt der Golfstrom noch nach Norden? Geht die Sonne noch im Osten auf? Denn der Wind kommt überhaupt nicht aus der geplanten Richtung, und der erhoffte Mitstrom entpuppte sich als Gegenstrom. Aber von vorn: Vorgestern hatten wir ein Etmal von 205nm, haben die Große Flaute im Süden gelassen und sind dann wie geplant gut nach Süden gekommen. Gestern waren es immerhin 160nm. Wir fahren jetzt Kurs Charleston mit deutlichem Vorhalt für den vorhergesagten WSW-Wind und den Golfstrom. Entgegen allen Vorhersagen (Owe
trotzdem vielen Dank für den sehr verlässlichen Support!) haben wir jetzt aber NW-Wind.
Unerfreulicherweise sind die beiden alten Spis (Nivea und Ikea) zu Schaden gekommen, beide mitten in gleichmäßiger Fahrt, letzterer bei 5kn Wind). Wir werden uns in Charleston darum kümmern.
Gesegelt liegen wir etwas gleichauf mit Spirit of Bermuda, Pride of Baltimore und Fazisi, heute. Die beiden ersten hoffen wir beim Wind von vorn jetzt abschütteln zu können. Fazisi ist eine gut 80 Fuß lange Fehlkonstruktion fürs Whitbread, auf der ein reicher Pole mit blutigen Anfängern herumfährt. Er ist in diesem Rennen sicher der härteste Gegner. Den Bugsprit der Spirit of Bermuda hatten wir vorgestern Nacht fast im Cockpit und auch diese Nacht haben wir sie wieder gesehen.
Neben dem üblichen Kram (Delfine, Meeresleuchte dass es blendet, Sternschnuppen,
fliegende Fische, bla bla bla) macht man sich an Bord Gedanken darüber, mit welchen Worten wir die Ureinwohner des Neuen Kontinents begrüßen sollen und ob die Glasperlen in der Achterpiek für einen neuen Spi reichen.
"Kann man mit Delfinen schwimmen gehen?" "Ja ... oh, waren doch Haie."
Fliegender Fisch zum Frühstück: Jaekel-erregend.
Zu unseren Strom und Windproblemen: "Geht die Sonne auf im Westen, musst du deinen
Kompass testen!"
Noch 55nm... dann noch 200.
Grüße an de armen Lüüt an Land,
KvA und PvD
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| © 2012, ASV i.K. | ||||||||||